Ausgabe 05/2013
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Cyber-Gothic - Alles so schön bunt hier!
Ihr Titel ist programm- wie problematisch. Cyber-Gothics sind per Definition so etwas wie ein Teil der schwarzen Subkultur, brechen aber mit allen ungeschriebenen Gesetzen der Szene und rufen damit jede Menge Kritik hervor. Doch trotz aller Unkenrufe nimmt die Anzahl der futuristisch kostümierten Clubgänger stetig zu. Warum ist das so? Ein Annäherungsversuch.
Die Liste der diffamierenden Synonyme ist lang: Von "verkappten Ravern" ist da die Rede, Goths der ersten Stunde bezeichnen sie gar als "Knicklichthoschis" und nennen sie despektierlich "Gummipalmen". Doch so wie die Zahl abwertender Ausdrücke immer größer wird, so können sich auch immer mehr Menschen für dieses bunte Treiben in der Schwarzen Szene erwärmen. Ob nun im kleinen Club oder auf den großen Festivals: Mit aufwendigem Kopfschmuck und neonfarbenen Outfits sind Cyber-Gothics nicht nur Blickfang, sondern vermitteln das Gefühl, ein Stück Zukunft in die Gegenwart transportieren zu wollen.
Von allem etwas
Wie bei vielen Strömungen, ist auch der Beginn der Cyber-Kultur nicht genau zu datieren. Die meisten Quellen nennen die Jahrtausendwende als Geburtsstunde der Bewegung, die sich in erster Linie durch ihre Mode definiert. Das Aussehen ihrer Anhänger ist dabei ein undurchdringliches Gemisch aus verschiedenen Stilen. Typische Accessoires wie neonfarbene Knicklichter, modifizierte Schweißerbrillen, "Goggles" genannt, und Mundschutz sind der frühen Techno-Szene zu Beginn der 1990er-Jahre entlehnt: Der gleiche Schmuck zierte bereits die ersten Mayday- und Love-Parade-Besucher. Selbst das Radioaktivitäts- und das Biohazard-Symbol, einst feste Insignien der damals aufkommenden "Raving Society", prangen nun auf den Gesichtern oder Kleidungsstücken der Cybers.
Die oftmals in schwarzem Grundton gehaltene Kleidung wiederum, bestehend aus Brustplatten, T-Shirts mit eingeschnittenen Löchern, Netzhemden sowie schmal geschnittenen Lederhosen oder den für die Techno-Szene typischen Stoffhosen mit Schlag, verleiht den Szene-Mitgliedern eine dunkle Grundstimmung, weswegen sich wohl der Begriff "Cyber-Goth" etabliert hat.
(...)
Daniel Dreßler
Unseren kompletten Bericht über die Cyber-Bewegung samt zahlreicher Statements, Erklärungsversuche und Ansichten, die Pro und Contra vereinen, lest ihr in unserer Zillo-Juli/August-Ausgabe.
Quelle: Zillo 07/2012




























